071_Zwei Allerfaehren vor Kirche und Amtshaus

Fähr-Historie & „Marie Hoffmann“

30 Jahre lang war der Fährbetrieb unterbrochen, bevor der Heimat- & Fährverein Otersen 1996/97 die

  • Wiedereinrichtung der Historischen Allerfähre betrieb,
  • den Fährbetrieb an der alten Fährstelle aus dem 16. Jahrhundert übernahm,
  • sich die Wiederentdeckung alter dörflicher Qualitäten als Ziel setzte
  • für Aller und Weser landschaftstypische Fähren neu bauen ließ und die neue Allerfähre mit umweltfreundlicher Antriebstechnik ausstattete.

Die besondere Wetterfahne auf der Kirchtumsspitze der St.-Annen-Kirche Westen direkt an der Historischen Fährstelle gelegen

Geschichtliches zu Allerfähre_Amtshaus und KircheDie alte Postkarte von 1905 haben wir um wichtige Informationen aus der 400-jährigen Fähr-Historie ergänzt. Dort wo heute die Solar-Allerfähre das Westener Allerufer erreicht, wohnte schon vor 1618 der Fährmann Röpe. 1904 übernahm der Verdener Fischer Heinrich Hoffmann den Fährbetrieb und baute auf Oterser Seite, etwa 100 Meter von der Fährstelle Otersen entfernt, das Fähr- und Gasthaus.

Kriegsbrücke_April 1945_aus DorfchronikIm April 1945 wurde Hoffmanns Fähr- und Gasthaus durch englische Soldaten in Brand geschossen.  Die 53. Welsh Division hatte an der Fährstelle die englische Kriegsbrücke gebaut und drang vier Wochen vor dem Ende des 2. Weltkrieges von hier aus nach Verden, in die Lüneburger Heide und bis nach Hamburg vor.

Fährmann Heinrich Hoffmann sen. kam bei den Kriegshandlungen ums Leben. Sein Sohn war als Soldat im Krieg und seine Schwiegertochter Marie Hoffmann flüchtete mit der Tochter Irmgard nach Otersen. Nach dem Krieg baute Marie Hoffmann mit Verwandten-Hilfe aus den Trümmern des alten Fährhauses ein kleineres Haus wieder auf.  Marie Hoffmann übernahm dann auch den Fährbetrieb und ruderte Fährgäste über die Aller bis ihr Ehemann Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam.

Luftbild Westen 19651967 wurde der Fährbetrieb eingestellt. Im Rahmen des Aller-Leine-Oker-Planes wurde vom Land Niedersachsen in den Hochwasser-schutz investiert, Deiche wurde erneuert. Das auf einer kleinen Anhöhe gelegene alte Fährhaus wurde abgerissen, damit bei Hochwasser der Abfluss der Wassermassen ungehindert erfolgen kann.

28 Jahre später hieß es in Otersen bei einer Feier „Wäre doch schön, wenn es die alte Fährverbindung wieder geben würde“. Was 1995 als fixe Idee galt wurde dann am 30.4.1997 Wirklichkeit.

05_Taufe 30.04.1997_22

04_Marie HoffmannDie neue Solar-Allerfähre wurde auf den Namen der letzten Fährfrau „Marie Hoffmann“ getauft. Taufpatin war eine sichtlich bewegte Irmgard Rieck, geb. Hoffmann, der es eine besondere Ehre war, die Allerfähre auf den Namen ihrer Mutter

Marie Hoffmann

taufen zu dürfen.

 

Am 1. Mai 1997 war dann der 1. offizielle Fährtag. Ziel war es, jährlich 3.000 Fährgäste von Mai bis 3. Oktober nur an den Wochenenden zu befördern. Gleich am 1. Fährtag wurden über 1.000 Fährgäste sicher über die Aller befördert.

1997_0105_1Gleich in der 1. Fährsaison wurde ein Rekord aufgestellt: über 8.000 Fährgäste statt der 3.000 erhofften Gäste zog es zur neuen Solar-Allerfähre, die sich schnell als zu klein erwies.

Am 1. Mai 2000 wurde dann die größere, 2. Allerfähre „Marie Hoffmann II“ in Dienst gestellt und von Susanne Rieck, der Enkelin von Marie Hoffmann getauft.

03_Allerfähre_2000

 

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