Spuren in die Dorfgeschichte

Kirchenbruch12008: Kultivierung des „Kirchenbruchs“ von 150 Jahren | 5.000 qm Wiese für 300 Mark für die Kleinbauern

Kirchenbruch2Die Vorfahren vieler Einwohner in den niedersächsischen Dörfern waren kleine Anbauern und begehrten vor 150 Jahren Siedlungsland. Eine gemeinsame Veranstaltung der St. Jakobi-Kirchengemeinde Wittlohe und des Heimat- & Fährverein Otersen mit 100 Gästen, darunter viele Ehrengäste, erinnerte am 4.10.2008 an die Kultivierung von Wiesenland für die kleinen Bauern und das Leben im Dorf zu Zeiten des Drei-Klassen-Wahlrechts.

 Spurensuche 2009: 47 Hügelgräber und 2 Snedensteine

Über 30 interessierte Einwohner nahmen am 21.3.2009 an der „Spurensuche in Dorf und Flur“ des Heimat- & Fährvereins Otersen teil und erfuhren viel Wissenswertes über die Geschichte des Dorf und über die Natur und Landschaft in und um Otersen. Die 7 Oterser Seen waren früher ein alter Flusslauf der Aller, die vielfach als „Schlittenberge“ bekannten Hügel in den Wäldern rund um Otersen sind 47 Hügelgräber aus jungsteinzeitlichen Einzelgrabkultur und aus der älteren und mittleren Bronzezeit. Während der Spurensuche entdeckten die Teilnehmer auch die über 430 Jahre alten „Snedensteine“, die die Grenze zwischen dem ehemaligen Bistum Verden und dem Herzogtum Lüneburger mit „Verdener Kreuz“ und „Lüneburger Löwe“ markeren.

2009Snedensteine_Hügelgräber_Biotope_21032009

2009:  125 Jahre Schulhaus Otersen

1884 wurde das Schulhaus in Otersen gebaut, später um ein zweites Klassenzimmer erweitert. Bis 1965 gingen die schulpflichtigen Mädchen und Jungen in Otersen zur „Volksschule“. Heute ist das 125-jährige Schulhaus unser „Dorfhaus Alte Schule“ mit Kindergarten und Sportraum. Der Heimat- & Fährverein hat Anfang der 1990er Jahre vor der Sanierung des Schulhauses im Rahmen der Dorferneuerung 8 alte Schulbänke, das Lehrerpult, die alte Schultafel, die Schulorgel und ein altes Filmvorführgerät sichergestellt. Beim Weihnachtsmarkt am 1. Advent 2009 wurde zum 125-jährigen Jubiläum des Schulhauses ein kleines Klassen-zimmer der früheren Volksschule Otersen aufgebaut und an die örtliche Schulgeschichte erinnert.

 

 Mit Jens Leska auf den Spuren von Nachtwächter Eggers anno 1777 – Nach Feuersbrünsten im Dienste des Dorfes

35 Gäste wandelten am Freitag, 27. März 2015 auf Einladung des Heimat- & Fährvereins Otersen gemeinsam mit Nachtwächter Jens Leska auf den Spuren von Otersens 1. Nachtwächter Michael Eggers anno 1777, erfuhren viel Wissenswertes aus der Dorfgeschichte und zur Siedlungsentwicklung und erlebten Dank des Nachtwächters einen unterhaltsamen Abend. Über den Dorfgeschichtlichen Hintergrund zum Thema Feuersbrünste in Otersen, veränderter Wiederaufbau, Siedlungsentwicklung und die Aufgaben eines Nachtwächters informiert unsere PDF-Datei.
Nachtwächter Eggers schützte Otersens Schlaf

Nachtwaechter-Rundgang_2015

11. April 2015: 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg in Otersen „Kriege haben nur Verlierer – die Menschen“

Über 40 Teilnehmer, junge Erwachsene ebenso wie über 80- und über 90-jährige Zeitzeugen kamen am 11. April 2015 zu unserer Gedenkveranstaltung „Mahnung zum Frieden“ genau 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg in unseren Allertal-Dörfern. Vereinsvorsitzender Günter Lühning begrüßte besonders Pastor Wilhelm Timme, Bürgermeister Wolfgang Rodewald, den langjährigen Landtagsabgeordneten Wilhelm Hogrefe als Mit-Initiator des Netzwerkes Erinnerungskultur auf Kreisebene und stellvertretend für alle Zeitzeugen Irmgard Rieck aus Westen, die im April 1945 als 5-jährige Enkelin des alten Fährmanns Heinrich Hoffmann sen. den Kampf um die Aller-Überquerung zwischen Westen und Otersen hautnah im Fährhaus in Otersen direkt an der Aller miterlebt hatte.

DSC_000820150411Günter Lühning erinnerte mit einem geschichtlichen Rückblick an die Kriegstage im Allertal, vier Wochen vor dem Ende des 2. Weltkrieges, der 50 Millionen Menschenleben auslöschte. Günter Lühning zeigte sich überzeugt, dass Kriege nie Sieger haben, sondern „nur Verlierer und das sind die Menschen“. Pastor Wilhelm Timme hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Erinnerungskultur hervor und sprach auf der Kriegsgräberstätte ein Gebet. Bürgermeister Wolfgang Rodewald dankte dem Heimat- & Fährverein für die Aufstellung der Gedenk- und Informationstafel, zitierte aus Otersens Dorfchronik und erinnerte an die zivilen Opfer in Otersen, einen schwer verletzten 9-jährigen Schüler sowie die 20-jährige Margret Lampe und den alten Fährmann Heinrich Hoffmann, die im April 1945 ums Leben kamen.

Den umfassenden Bericht über den 2. Weltkrieg in Otersen und im Allertal aus unserer Dorfchronik (2008) haben wir aktualisiert und in einer 12-seitigen PDF-Datei neu veröffentlicht.

2. Weltkrieg im Allertal

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Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Günter Lühning (Heimat- & Fährverein), Dieter Bergstedt (Dorf- & Vereinsgemeinschaft), MdL a.D. Wilhelm Hogrefe (AK Erinnerungskultur) und Pastor Wilhelm Timme (von links).
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